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seit 20.09.2009

Aktuelles Europa

Virtueller Protestmarsch

Neuestes von dieser Aktion (Newsletter September) finden Sie in dieser PDF Datei...

...12 Millionen Tiere werden alljährlich in der EU zu Tode gefoltert, 2,6 Millionen allein in Deutschland! "Was die Nazis den Juden angetan haben, tun wir den Tieren an!" (Zitat von Helmut F. Kaplan, deutscher Philosoph). Im Wahljahr 09 soll das aus 1986 stammende europäische Tierversuchsgesetz "reformiert" werden. Am 5. Mai fand die 1. Lesung im Europaparlament statt,mit folgendem Ergebnis: Obwohl die Europäische Komission eine Reihe von Verbesserungen des Schutzes von Versuchstieren vorgeschlagen hat, konnte sich die Lobby der Pharma- und Forschungsindustrie durchsetzen mit dem verheerenden Ergebnis, daß, obwohl viele Parlamentarier sich für die Tiere einsetzten, das Parlament als Ganzes dagegen stimmte, die Freiheit der Wissenschaftler zum Beispiel bei Experimenten an Affen einzuschränken. Trotz dieser herben Enttäuschung gibt es auch positive Akzente. So sollen alle, nicht nur einige, Tierversuche gesetzlich reguliert, die Entwicklung alternativer, tierversuchsfreier Methoden zur Forschung gefördert und eine den Tieren "zumutbare Schmerzgrenze" festgelegt werden. Uns stockt der Atem vor Empörung bei dem Gedanken, daß Akademiker (!) im zivilisierten Europa, die Elite unserer Länder, die willkürliche Zumutung von Schmerzen für unschuldige Geschöpfe überhaupt in Betracht ziehen können!

Der Entwurf liegt jetzt dem Europarat vor und geht vermutlich noch einige Male zwischen EU Parlament und EU Rat hin und her, bis man sich geeinigt hat. Das kann bis 2010 dauern. Diese Zeit müssen wir nutzen und europaweit gegen Tierversuche protestieren. Bitte klicken Sie auf den folgenden Link: Sprachwahl. Sie finden Informationen in 12 Sprachen und können dann oben rechts klicken, wodurch sie zum virtuellen Marsch in der vorab gewählten Sprache kommen, oder folgen Sie diesem Link und gelangen zur englischen Marschseite, wo Sie oben über die Überschrift in Ihrer Wunschsprache zu dieser Sprache wechseln können: Der Marsch. Folgen Sie den Anweisungen dort. Die Übersetzung dort ist z.B. in deutsch nicht ganz vollständig, wir werden das hier später noch genauer erläutern. Bitte beteiligen Sie sich am Marsch und verbreiten Sie den Link unter Freunden, Bekannten, Verwandten... Es müssen mindestens 100.000 Teilnehmer werden.

Sie können auch an die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner schreiben Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 11055 Berlin. Fordern Sie von der Ministerin, sich bei den Beratungen zur Tierversuchsrichtlinie im EU-Ministerrat insbesondere für folgende Punkte einzusetzen:

  • Ein ausnahmsloses Verbot für Tierversuche an Affen
  • Verwendung von Tieren aus freier Wildbahn.
  • Tierversuche mit Schweregrad "schwer", wobei die Schweregrade genau zu definieren sind.
  • Bei der geplanten Einführung einer Genehmigung für Tierversuche und der Kosten-Nutzen-Analyse müssen Tierschutzvertreter paritätisch beteiligt werden.
  • Die Genehmigung muss für alle Tierversuche erfolgen.
  • Einführung einer rückwirkenden Bewertung für alle Tierversuchsprojekte ohne Ausnahme. Bei negativem Ausgang der Bewertung dürfen Folgeanträge nicht mehr genehmigt werden.
  • Doch wir fordern ein Ende aller Tierversuche und stattdessen Forschung ausschließlich an Zellen und Gewebeteilen.

    Europäische Gesetze zum Schutz der Straßentiere u. Heimtiere der EU

    Die drei EU Parlamentarier David Hammerstein, Alain Hutchinson und Neil Parish haben im Europaparlament eine schriftliche Erklärung eingereicht, in der sie gesetzlichen Schutz für Europas Straßentiere fordern. Die Erklärung beinhaltet u.a. folgende Forderungen: Die Mitgliedstaaten sollen verpflichtet werden, in ihrem Land Mißhandlungen von Straßen- und Heimtieren und das Aussetzen von Tieren unter harte Strafen zu stellen und die Durchführung von Sterilisationen und Impfungen zu sichern. Zuwiderhandlung soll auf staatlicher Ebene durch die EU strafbar werden.

    Bis zum 7. Mai 09 bedurfte es der Zustimmung von 393 Parlamentariern, um aus Forderungen Gesetze werden zu lassen. 295 haben unterzeichnet. Das ist, wie uns mitgeteilt wurde, das zweitbeste Ergebnis einer Deklaration, die nicht im ersten Anlauf Erfolg hatte.Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen. Wenn immer wieder hundertausende von Menschen ihrem Willen für eine Verbesserung des Tierschutzes Ausdruck geben, können die Politiker auf Dauer ihre Wähler nicht ignorieren. Wir sind Europa! Und darum bitten wir Sie ganz herzlich, auch weiterhin die Petitionsseite von www.strayanimalrights.org zu unterschreiben und an dem Cybermarsch gegen Tierversuche teilzunehmen, und Freunde, Verwandte, Bekannte aufzufordern, dies ebenso zu tun. Über die Petitionsseite gelangen Sie auch zum Originaltext der von Hammerstein, Hutchinson und Parish eingereichten Erklärung.Zur Unterstützung der Deklaration haben Ärzte für Tiere e.V., eine Organisation von Medizinern, eine Bewegung ins Leben gerufen, die sich Aktuelles Europa nennt und ein europäisches Tierschutznetz aufbauen will. Diesem Aufruf sind wir gefolgt.

    Es soll eine europäische Website entstehen, auf der alle Länder der EU von vorort arbeitenden Organisationen vorgestellt werden und die Situation, die Mißstände und die Gesetzeslage aufgezeigt wird. Unseren Beitrag können Sie hier herunterladen als PDF oder Word Dokument:

    Situationsbericht "Da wo Frankreich am schönsten ist...": PDF / DOC

    Am 22. April fand in Strassburg zur Unterstützung der Deklaration ein großer Empfang statt, mit Demonstration, Pressekonferenz, Informationsberichten und -material für die Parlamentarier. Hutchinson, Parish und Hammerstein haben Brigitte Bardot, Pierre Brice und Frédéric Uhl, Mitglied des Kabinetts des französischen Landwirtschaftsministers eingeladen.

    Wir haben fieberhaft mails verschickt an Organisationen in allen europäischen Ländern, in die wir auch die Resolution geschickt haben, mit der Bitte, an ihre Parlamentarier zu schreiben, um sie zu bewegen, die Deklaration zu unterschreiben. Viele sind unserer Bitte gefolgt, viele sind auch nach Strassburg gekommen.

    Eine Pressemitteilung zu dieser Aktion:

    Aktion vor dem Europaparlament in Strassburg

    Am kommenden Mittwoch, dem 22. April, organisieren David Hammstein (Verts/ALE) Neil Parish (PPE) und Alain Hutchinson (PSE) eine Aktion zum Schutz von Haustieren und streunender Tiere vor dem Europaparlament in Strassburg, mit einigen Ihrer Haustiere.

    • Wo:Vor dem Eingang des Europaparlaments, Bau LOW Mardi
    • Wann:10:30 Uhr

    Diese Aktion wird in Zusammenarbeit mit mehreren ONGs und Vereinen durchgeführt: CACMA, CPA, SOS GALGOS NET und PETA. Sie verlangen von den Europaabgeordneten, die Deklaration 12 über das Wohlergehen von Haus- und streunenden Tieren zu unterzeichnen.

    Am 21. April wurden auch 60.000 Unterschriften der EU Resolution in Brüssel überreicht, gerade rechtzeitig vor Ablauf der Unterzeichnungsfrist der Deklaration am 7. Mai, um der Forderung der europäischen Tierfreunde noch einmal Nachdruck zu verleihen: Wir wollen den Wandel! Wir wollen, daß europäische Politiker Verantwortung für europäische Tiere übernehmen!

Nachrichten vom Tag der Aktion

Strassburg am 22. April, Darstellung der Grünen: SOS Galgo Beitrag vom 24.04.2009

Die anwesenden Tierschützer aus Deutschland , Frankreich, Spanien, Rumänien und vielen anderen EU Staaten hatten Gelegenheit mit vielen Parlamentariern persönlich zu sprechen und sie zu informieren, mit dem Ergebnis, daß am 24 April 219 von ihnen die Deklaration unterschrieben hatten. Als letztes Mittel lief dann eine europaweite Telefonkampagne, bei der die Parlamentarier persönlich angerufen und um die Unterschrift gebeten wurden. Auch wir beteiligten uns daran.

Hoffnung für Martinique???

Bei unserer Arbeit zum Beitrag Frankreichs für die Europa Website sind wir im französischen Gesetzeswerk auf einen Artikel mit folgendem Inhalt gestoßen: "Niemand außer anerkannten Tierschutzvereinen und Stiftungen, deren Zweck der Tierschutz ist, darf Einrichtungen unterhalten, in denen Veterinäre kostenlos die Tiere mittelloser Personen behandeln dürfen." Wird es unter Berufung auf diesen (vergessenen? übersehenen?) Artikel endlich möglich werden - entsprechende Sponsoren vorausgesetzt! - auch auf Martinique eine kleine Sterilisationsklinik entstehen zu lassen, in der Straßentiere u. die Tiere der Ärmsten kastriert werden können?

Unser Kampf geht weiter!